Freitag, Dezember 30th, 2011 at
14:32
Natürlich wird man alles dagegen unternehmen, man wird Lasten schultern und Lösungen versuchen auszuverhandeln. Es gibt jedoch Grenzen. Erinnert sich jemand an die Konvergenzkriterien des Maastricht-Vertrages? Nun, hier sind sie: Die Defizitquote darf 3%, die Schuldenstandsquote 60% des BIP des jeweiligen Mitgliedslandes nicht überschreiten.
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Montag, Dezember 26th, 2011 at
13:30
Teil 1:
Die Wirtschaftslage ist uneinheitlich, die Charttechnik erscheint zur Zeit entgegengesetzt den ökonomischen Nachrichten. Aus Amerika hört man vom Finanzminister die Warnung vor dem Staatsbankrott, der Dow und der S&P jedoch steigen, im Gleichklang mit dem Öl übrigens, was ein sich beschleunigendes Wachstum indiziert.
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Donnerstag, Dezember 22nd, 2011 at
09:28
Möglicherweise hat man aber übersehen, dass die gute, viele Jahrhunderte alte Börse selbst zum Spielball neuer Technologien geworden ist. Spekulation gab es immer, aber es gab sie nicht im Millisekundentakt.
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Sonntag, Dezember 18th, 2011 at
19:26
Optionsscheine, die auf steigende oder fallende Kurse setzen, gibt es schon seit der Antike. Heute heißen sie CFDs und Knockouts, Warren Buffets nannte sie vor einigen Jahren schon Massenvernichtungswaffen,
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Mittwoch, Dezember 14th, 2011 at
11:24
In Europa weist man die Gründung einer Börse in Brügge (Belgien) im Jahr 1409 nach, im Allgemeinen spricht man daher von einer etwa 600jährigen europäischen Börsengeschichte. Damit ist jedoch der mehr oder weniger organisierte Handel nach definierten Spielregeln, die Funktion von Maklern, gegebenenfalls das Eingreifen des Staates (zum Beispiel durch verordnetes Aussetzen des Handels in Krisensituationen) gemeint.
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Dienstag, Dezember 6th, 2011 at
11:19
Teil 1:
Die Spekulation selbst hat einen absolut vernünftigen Hintergrund. Ein Jeder spekuliert: Wie werden bestimmte Preise in Zukunft ausfallen, welches Land könnte – aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen – das nächste attraktive Urlaubsziel werden, und welchen Beruf sollten die eigenen Kinder ergreifen, damit sie in zwanzig Jahren genug Geld verdienen?
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Freitag, Dezember 2nd, 2011 at
10:16
Teil 2:
Die Enttäuschung der Finanzwelt rührte möglicherweise auch aus einem ganz anderen Motiv: Mit dem umfassenden Handel von Optionsscheinen wurde Anlegern ein Instrument in die Hand gegeben, das die hochgehebelte Spekulation auf steigende und fallende Kurse mit sehr wenig Kapitaleinsatz ermöglichte und so einerseit mehr und mehr Kleinspekulanten in den Markt lockte, andererseits die Spekulation zunehmend von der zugrunde liegenden Idee – der Unternehmensfinanzierung mittels Aktien, die man lange hält, an die (und das Unternehmen) man sich auch innerlich bindet – abkoppelte. Schnelle Gewinne wurden möglich, hohe Kursschwankungen der Papiere bei auch moderaten Kursverläufen von Aktien versprachen bei günstigem Verlauf eine Vervielfachung des Kapitaleinsatzes in einem überschaubaren Zeitraum. Einzig störend war die schlechte Berechenbarkeit der Optionsscheine mit ihren vielen schwer durchschaubaren griechischen Kennzahlen.
Die Finanzwelt und ihre findigen Ingenieure wusste jedoch Abhilfe. Aus Deutschland kam in den 90er Jahren die Erfindung der Knockouts, eines Optionsscheines, der sich nahezu 1:1 gehebelt mit dem Underlying mitbewegt. Die beliebtesten Scheine waren und sind dabei diejenigen auf den Dax. Hier entspricht sehr oft die Bewegung des Indexes um einen Punkt genau einem Cent im Preis des K.O.-Scheines. Dies macht die Sache sehr gut überschaubar. Natürlich müssen sich auch die Emittenten absichern, und so sind die Scheine mit einer K.O.-Schwelle versehen, an der sie wertlos verfallen. Der Spekulant muss also sehen, innerhalb welcher Grenzen sich das Underlying bewegen wird, wie er demnach den Preis seines Scheines wählt und wo er seine Stopps setzt. Dies macht die Spekulation sehr schnell. Kaum jemand wird K.O.-Scheine über Wochen, Monate oder gar Jahre halten, obwohl dies theoretisch möglich ist, denn es gibt Open-end-Scheine. Aber wer weiß schon, was der Dax nächstes Jahr macht?
Dazu entwickelte sich seit Beginn der 2000er Jahre rasant der Online-Handel, und so sitzen heute tausende Trader mit kleinen Konten von wenigen hundert Euro daheim vor dem Bildschirm und spekulieren. Neue Instrumente kommen hinzu, in jüngster Zeit (seit etwa 2004) sind es CFDs (Contracts for Difference), die noch besser zu handhaben und (fast) ohne Gebühren zu handeln sind, und so gibt es inzwischen im Forex-Bereich Broker, bei denen man mit 50,- (in Worten: Fünfzig!) Dollar oder Euro ein Konto eröffnen und damit handeln kann, und das rund um die Uhr. Natürlich wenden auch große, mit Milliarden kapitalisierte Hedgefonds diese Instrumente an, und sie nutzen die Power der Expert Advisers. Dies ist die eigentliche Revolution an den Finanzmärkten, und sie wurde bislang von Politikern oder der Öffentlichkeit noch längst nicht verstanden. Man glaubte 2009, eine neue Finanzkrise durch das Verbot von Leerverkäufen auf Aktien unterbinden zu können, führende Finanzpolitiker der USA machten sich dafür stark. Leerverkäufe. Auf Aktien. Die Hedgefondmanager werden flüchtig und müde gelächelt haben.
Donnerstag, Dezember 1st, 2011 at
10:22
Denn der Handel mit den Aktien selbst verselbständigt sich und entkoppelt sich vom tatsächlichen wirtschaftlichen Geschehen mehr oder weniger. Zwar versuchen alle Marktteilnehmer im nackten Eigeninteresse permanent, so viele Informationen wie möglich über den realen Wert ihrer Anlage zu erlangen, wenn jedoch die Kurse aufgrund der Eigendynamik des Börsenhandels steigen oder fallen,
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Dienstag, November 29th, 2011 at
09:13
Teil 1:
Etwa 334 Milliarden Euro (geschätzt für 2009) werden jährlich mit Derivaten (Optionsscheinen, Knockouts und CFDs) an Deutschen Börsen umgesetzt. Diese Instrumente, schon in der Antike angewandt, dienten ursprünglich ausschließlich der Absicherung gegen Schwankungen eines zugrunde liegenden Wertes, des sogenannten Underlyings. Und diese Funktion ist sehr sinnvoll.
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Freitag, November 25th, 2011 at
08:52
Das ist ja prima, mag mancher Laie jetzt denken. Ich eröffne ein Online-Konto bei diesem Forex-Broker, von dem dieser Mensch hier schreibt. 50,- EUR habe ich schon noch übrig. Wie heißt dieser Broker, und wie sind die Margen? – Ach, das wurde noch nicht erwähnt. Gewöhnliche Knockouts oder CFDs bewegen sich täglich irgendwo im Bereich von einhundert oder mehr Prozent. Es gibt also täglich mehrere tausend Gelegenheiten, über 100% zu verdienen.
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